Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Die Hilfe zur Selbsthilfe steht in der Therapie im Vordergrund, d.h. Sie erlernen Methoden, in der Zukunft besser mit Schwierigkeiten umzugehen. Daher werden die Ursachen und Herkunft dieser herausgearbeitet und analysiert. Der Schwerpunkt wird auf aktuell beobachtbares Verhalten und dessen Veränderung gelegt. Insbesondere werden neue Verhaltensweisen gelernt, um zukünftige Herausforderungen meistern zu können und die gewünschten Ziele zu erreichen. Die Therapie hilft Ihnen, Erfahrungen des Sich-Wahrnehmens, Sich-Verstehens und Sich-Annehmens zu machen und die Übernahme von Selbstverantwortung, Zunahme von Lebensfreude und Abbau von inneren Wachstumsblockaden zu erlernen.

Durch eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie haben Sie außerdem die Möglichkeit, sich mit Ihren innerpsychischen Mechanismen auseinanderzusetzen, um Hintergründe und Wurzeln Ihres Leidens zu erkennen und zu klären.

Insbesondere die Bearbeitung von Konflikten und Entwicklungsstörungen, die in der aktuellen Lebenssituation des Patienten auftreten können, steht im Fokus dieser Therapierichtung. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Ursachen dieser Konflikte und Störungen in der frühen Kindheit liegen. Dies spielt bei den tiefenpsychologisch fundierten Verfahren keine zentrale Rolle. Ebenso werden weitreichende Regressionen vermieden. Bei der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie werden insbesondere Konzepte von Unterbewusstsein, Widerstand, Übertragung und Gegenübertragung beachtet, bilden jedoch nicht den Schwerpunkt der therapeutischen Arbeit. In der therapeutischen Praxis arbeiten Patient und Psychotherapeut zielorientiert, die Ziele und Schwerpunkte werden vor und während der Behandlung miteinander besprochen. In der tiefenpsychologisch fundierten Therapie wird der Blick von der Gegenwart immer wieder zurück in die Vergangenheit gerichtet. Wenn Sie Probleme haben mit dieser Ausrichtung an der Vergangenheit, mit der Suche nach vermuteten Ursachen in der Kindheit und Jugend, dann erscheint eine psychoanalytische oder tiefenpsychologisch fundierte Therapie für Sie weniger geeignet.
Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie kann über die Krankenkasse abgerechnet werden. Die Dauer liegt häufig bei ca. 50 Stunden und kann ein bis zweimal wöchentlich stattfinden. Während der Therapiestunden liegt der Patient nicht auf der Couch, sondern Therapeut und Patient sitzen sich gegenüber. Art, Häufigkeit und Dauer der Sitzungen werden dem Einzelfall angepasst.

In der Therapie ist die Interpretation Ihrer Äußerungen zentral. Dabei wird versucht, die Probleme oder Störungen, die Sie zur Sprache bringen, als Ausdruck eines bereits lange andauernden, inneren Konflikts darzustellen. Zum Beispiel können Zusammenhänge zwischen heutigen psychosomatischen Magenbeschwerden und dem Verhältnis, das Sie früher zu Ihren Eltern hatten, bestehen. Eine mögliche Deutung könnte sein: Als Kind hatten Sie häufig Angst vor Ihrem Vater, die Sie aber nicht zeigen durften (Konflikt zwischen dem Gefühl Angst und äußeren Normen). Und wenn Sie heute vor einer Person stehen, die Sie an Ihren Vater erinnert (z. B. Ihr Chef), dann spüren Sie diesen Konflikt erneut (wieder Angstgefühle, die Sie nicht zeigen dürfen), heute jedoch in Form von Magenschmerzen. Insofern erinnert sich Ihr Körper, Ihr Unterbewusstes, Ihre Angst in solchen Situationen immer wieder an ähnliche frühere Situationen, insbesondere an Ihren Vater.

Systemische Therapie
Die Systemische Therapie hat sich aus der Arbeit mit Familien entwickelt, beginnend in den 50’er Jahren mit Familien mit einem schizophrenen Mitglied. Theoretische Grundlage heutiger Systemischer Therapie sind Kommunikationstheorie, Kybernetik, Systemtheorie und sozialer Konstruktivismus. In der Systemischen Therapie ist die zentrale Annahme, dass der Schlüssel zum Verständnis und zur Veränderung von Problemen weniger in der behandelten Person allein liegt, sondern im (familiären) Zusammenhang, in dem das Problem steht, zu finden ist.
Systemische Therapie ist an Beziehungsprozessen der Personen interessiert, die an der Entstehung und Aufrechterhaltung eines Problems beteiligt, und daher auch für Veränderungs- und Lösungsprozesse von Bedeutung sind. Dazu gehören nicht unbedingt nur Familienmitglieder, auch andere Personen oder Institutionen können von Bedeutung sein (die beteiligten Personen müssen bei einer Systemische Therapie jedoch nicht unbedingt anwesend sein).
In der systemische Gesprächsführung werden u.a. “zirkuläre” Fragen sowie weitere Frage- und Interventionstechniken verwendet, die gleichermassen dazu dienen, das Problem und die Sicht darauf zu erkennen und diese zu “verstören” und somit neue Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten eröffnen.
Die Systemische Therapie arbeitet neben Familien auch mit Einzelpersonen, Paaren (Paartherapie) und Organisationen. Im Gegensatz zu vielen anderen Therapien können die Sitzungen in unregelmässigen und oft grösseren Abständen stattfinden, dies richtet sich nach dem Bedarf der Klienten.

“Wer den Hafen nicht kennt, für den ist kein Wind der richtige.”

Seneca